Kollegienkirche Salzburg
Geschichte der Kirche
Eingebettet zwischen Mozarts Geburtshaus und dem Salzburger Festspielhaus liegt wohl eine der bekanntesten barocken Kirchen, die Kollegienkirche. Dieses Meisterwerk Fischer von Erlachs gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Europas. Die Kollegienkirche wurde 1707 eingeweiht, 49 Jahre bevor Wolfgang Amadeus Mozart direkt in dem Gebäude gegenüber das Licht der Welt erblickte.
In dieser prächtigen Basilika veranstaltet die Salzburger Konzertgesellschaft nun schon seit 2006 Mozarts letztes Werk, das Requiem. Angesichts der Nähe zu Mozarts Geburtshaus erlebt der Zuhörer die mystische Verbindung von Geburt und Tod, Leben und Sterben.
Schon Erzbischof Paris Lodron plante die Errichtung dieser eigenen Salzburger Universitätskirche auf dem Grund des ehemaligen Frauengartens. Es sollte noch mehr als 70 Jahre dauern, bis die neue Kirche fertiggestellt wurde und 1707 zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau Maria eingeweiht wurde. Dies sorgte einst bei den Bürgern der Stadt für manchen Spott. Bis zum Bau der Kollegienkirche diente die Große Aula der Universität (neben der kleinen Hauskapelle "Saecellum") nicht nur als Theatersaal, sondern auch als provisorischer sakraler Raum für die Gottesdienste der Universität. Auch Guidobald von Thun und Max Gandolf von Kuenburg konnten das Versprechen des Kirchbaues nicht erfüllen. Erzbischof Johann Ernst von Thun erst setzte gegen manche Widerstände den Kirchenbau um. Vor allem Josef von Kuenburg setzte sich dabei zur Wehr, weil dabei sein Kuenburgscher Langenhof an der Kirchgasse (heute Sigmund-Haffner-Gasse) beeinträchtigt würde.
Der Architekt der Kirche war Johann Fischer von Erlach. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem Dom, ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang. Erlach lässt hier zugunsten der Erlebbarkeit des Gesamtbauwerkes und seiner Architektur die Gestaltung der detaillierenden Schmuckelemente - auch durch die Ausführung des Kircheninneren in einheitlich weißer Farbe ohne Gemälde - zurücktreten. Der Kirchenbau wurde zum Vorbild vieler spätbarocken Kirchen im süddeutschen Raum.
Die Kirche weist drei Teile auf: die prächtige Schaufassade im Osten, das Haupthaus und die stufig abfallenden Anbauten im Westen. Die Türme besitzen bei dieser Kirche keine Turmhaube mehr, sie lösen sich vielmehr nach oben hin feingliedrig in von allegorischen Figuren gekrönten Balustraden auf. Die Figuren stellen links (im Süden) die vier Erzengel (Michael, Gabriel, Raffael und Uriel), und rechts (im Norden) die vier römischen Kirchenväter (Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregor d.Gr.) dar. Zudem sind als Bekrönung der Hauptfassade Engelsfiguren zu sehen. Die Gestalt der Heiligen Maria auf einer Mondsichel krönt die Mitte des Bauwerkes. Alle diese Figuren stammen von Bernhard Michael Mandl.
Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf. Der zarte Fensterschmuck stammt von Diego Francesco Carlone und Paolo d'Allio, die gemeinsam mit Fischer von Erlach auch den Wandgliederung in der Kirche im Detail gestalteten. Die Kirche ist innen als hoch aufragendes Tonnengewölbe in Kreuzform mit Kollosalpilastern und einer zentralen hohen Tambourkuppel gestaltet, wobei der Bau durch die vier hohen Hauptkapellen zu einem Zentralbau vereinheitlicht wird. Diese in den Kirchbau integrierten offenen Kapellen mit ihren Altären prägen so neben dem Hauptaltar das Kircheninnere. Die Kapellen sind dabei den vier Fakultätsheiligen geweiht.


